Roboter für die erste Mondbasis

Maschinen

Scratch: autonome Baumaschinen für den Mond. Was sie leisten, für wen.

Terranova baut Scratch: autonome Baumaschinen für den Mond, Roboter, die als Schwarm zusammenarbeiten und von einer gemeinsamen Software geführt werden. Scratch bereitet das Gelände vor, bevor die Menschen kommen, und arbeitet weiter, wenn die Menschen da sind.

Scratch auf dem Mondboden, Darstellung: Fahrzeug mit vier Rädern, Solarpaneel und Kameramast.
Eine Maschine des Scratch-Schwarms. Darstellung, Entwurfsstand.

Was Scratch baut

  • Landeplätze. Eine ebene, geprüfte Fläche, auf der der nächste Lander sicher aufsetzt.
  • Schutzwälle. Ein Wall zwischen Landeplatz und Basis fängt den bei Landungen und Starts aufgewirbelten Boden ab und schützt alles, was schon steht.
  • Gräben und Fundamente. Für Kabel, Rohre und alles, was Last trägt.
  • Gruben. Für einen Reaktor, für Strahlenschutz, für geschützte Lager.
  • Abdeckungen. Boden über Stationsmodulen als Schutz gegen Strahlung, Meteoriten und Auskühlung.

Scratch beherrscht alle diese Aufgaben mit einer Maschine. Jede Spezialmaschine, die man zusätzlich hinaufschickt, kostet eine eigene Landung.

Wie Scratch arbeitet

Jahrelang, ohne dass jemand vor Ort ist. Ein Funkbefehl von der Erde braucht Sekunden, ein Rad in weichem Boden versinkt schneller. Also entscheiden die Roboter selbst, und sie tun das nach Regeln, die wir im digitalen Zwilling abgesichert haben, bevor die erste Maschine gebaut ist. Mehrere Maschinen arbeiten dabei als ein System: Was eine lernt, wissen alle.

Sie überstehen die Mondnacht aus eigener Kraft. Am Südpol dauert die Dunkelheit am Zielort bis zu zehn Tage am Stück, bei Temperaturen, die jede ungeschützte Elektronik zerstören. Eine Maschine, die das nicht übersteht, arbeitet drei Wochen. Unsere sind für Jahre gebaut.

Sie sind von Grund auf für geringe Schwerkraft entworfen. Auf dem Mond wiegt alles ein Sechstel, und eine Maschine, die ihr Eigengewicht als Werkzeug braucht, taugt dort nichts. Unsere sind leicht genug, um als Nutzlast auf einem europäischen oder amerikanischen Lander mitzufliegen, und stark genug, um dort zu arbeiten, wo keine Baumaschine je gearbeitet hat.

Mehrere Scratch-Maschinen gemeinsam auf der Baustelle, Darstellung: Fahrzeuge am Schutzwall, auf dem Landeplatz und im offenen Gelände.
Der Scratch-Schwarm: mehrere Maschinen, eine Software, ein Ziel. Darstellung, Entwurfsstand.

Wer Scratch braucht

Raumfahrtagenturen und Lander-Betreiber, die eine Bodenbearbeitungsmaschine als Nutzlast mitnehmen. Missionsplaner, die früh wissen müssen, ob ein Standort funktioniert. Jede Oberflächenmission, die auf vorbereiteten Boden angewiesen ist: Reaktor, Sauerstoffgewinnung, Stationsmodule.

Die Maschine bindet sich an keinen bestimmten Lander. Sie bringt alle notwendigen Schnittstellen mit, sodass sie ohne Einschränkungen auf Missionen beider Seiten des Atlantiks passt.

Wo wir stehen

Wir haben die Maschine, ihre Baustelle und ein volles Jahr Betrieb am echten Zielort simuliert, auf den Geländedaten der NASA, mit allen Mondnächten. Der digitale Zwilling zeigt die Funktionsfähigkeit in über 1 500 getesteten Missionsvarianten.

Gemessen haben wir noch nichts. Das ist der nächste Schritt: eigene Prüfstände, erste Messungen, ein Prototyp. Wir sagen das offen, weil in der Raumfahrt der Unterschied zwischen gerechnet und gemessen über alles entscheidet.

Die Mission · Kontakt